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Fotografien aus Italien  
   
   
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Sassari - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Sassari  
   

Land: Italien
Region: Sardinien (Sardegna)
Provinz: Sassari (SS)
Einwohner: ca. 120.000 (Sassaresi; zweitgrößte Stadt Sardiniens)
Gründung/Erwähnung: Erste Erwähnungen im 12. Jahrhundert als autonomer „Komune“; entwickelte sich im Mittelalter zu einer der wichtigsten Städte der Insel und war zeitweise Hauptstadt des Königreichs Sardinien unter aragonesischer Herrschaft.
Höhenlage: 225 m ü. d. M.
Entfernung Großstadt: 20 km von Alghero, 35 km vom Flughafen Alghero (AHO), 200 km von Cagliari, 120 km von Olbia.
Camping: Keine Campingplätze im Stadtzentrum; nächste Möglichkeiten ca. 10–15 km Richtung Küste (Stintino, Porto Torres) oder im Hinterland (Agriturismi).
Flughafen: Alghero-Fertilia (AHO) – ca. 30 Min. Fahrt; alternativ Olbia (OLB) – ca. 1 Std. 45 Min.
CAP (Postleitzahl): 07100
Kfz-Kennzeichen: SS
Vorwahl: 079
Lage: Im nordwestlichen Teil Sardiniens (Logudoro), auf einem Plateau aus Kalkstein und Trachyt; nur wenige Kilometer vom Meer entfernt, aber selbst keine direkte Küstenstadt; umgeben von fruchtbaren Hügeln und Olivenhainen.
Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober (angenehme Temperaturen, ideale Bedingungen für Stadterkundung und Ausflüge); Juli und August sehr heiß; Winter mild, aber regenreich und windig.
Besonderheit: Einzige große Universitätsstadt Nord-Sardiniens (gegr. 1617); berühmtes „Faradda di li Candareri“ (Kerzenfest am 14. August, UNESCO-Kulturerbe); eigenes sassaresisches Dialekt; reiche Architektur aus verschiedenen Epochen (Romanik, Gotik-katalanisch, Barock, Neoklassizismus); Tor zu den Stränden von Stintino und zur Nuraghen-Stätte Monte d’Accoddi.

Sassari ist die stolze, widerspenstige und intellektuelle Seele Nord-Sardiniens, eine Stadt, die sich nie ganz dem Meer verschrieben hat, sondern ihren Blick fest auf das Landesinnere und den Himmel richtet. Anders als die touristischen Küstenorte pulsiert hier das echte, raue und leidenschaftliche Leben der Sarden. Wenn du durch die weitläufige Piazza d’Italia schlenderst, flankiert von prächtigen neoklassizistischen Gebäuden und dem königlichen Palast, spürst du die Schwere der Geschichte und den Stolz einer Stadt, die jahrhundertelang ihre Autonomie gegen Pisaner, Genuesen und Aragonesen verteidigte. *„La città non è fatta di pietre, ma di voci che si intrecciano.“* (Die Stadt besteht nicht aus Steinen, sondern aus Stimmen, die sich verflechten.) In Sassari sind diese Stimmen laut, melodisch und unverwechselbar im eigenen Dialekt, der zwischen Sardisch und Korsisch angesiedelt ist.

Das Herz der Altstadt schlägt in den engen Gassen um die Kathedrale San Nicola, ein Meisterwerk, das romanische, gotische und barocke Elemente in einer fast chaotischen, aber faszinierenden Harmonie vereint. Die Fassade ist ein Feuerwerk aus Skulpturen und Verzierungen, ein Zeugnis des Reichtums und des Glaubens der Stadt. Doch Sassari ist mehr als Architektur; es ist eine Stadt der Feste. Das „Faradda di li Candareri“ im August ist ein Spektakel ohnegleichen: Riesige Holzsäulen, die mit Wachskerzen geschmückt sind und mehrere hundert Kilo wiegen, werden von starken Männern („Candelieri“) durch die Straßen getragen und vor der Kirche abgestellt – ein Gelübde an die Heilige Maria, das die Stadt vor der Pest rettete. Es ist ein Moment purer Energie, Schweiß und Hingabe, der die tiefe Verbundenheit der Sassaresi mit ihrer Tradition zeigt.

Für Fotografen bietet Sassari eine Fülle von Motiven, die weit über die üblichen Strandansichten hinausgehen. Die Textur des lokalen Trachyt-Gesteins, aus dem viele Gebäude gefertigt sind, die dramatischen Lichtverhältnisse auf den weiten Plätzen und die expressiven Gesichter der Menschen auf den Märkten sind dankbare Sujets. Besonders der Mercato di Via Milano ist ein Erlebnis für alle Sinne: Hier werden Käse, Wurst, Brot und Fisch feilgeboten, und die Atmosphäre ist dicht und authentisch. Mit deiner Vintage-Kamera kannst du die rauen Oberflächen und die melancholische Schönheit der alten Viertel einfangen, während die Drohne (unter Beachtung der Flugverbotszonen über der dicht bebauten Altstadt!) die Weite der Piazza d’Italia und die Struktur der Stadt auf dem Plateau zeigen kann.

Abends, wenn die Hitze des Tages nachlässt und die Studenten der Universität die Cafés füllen, wird Sassari lebendig und jung. Man sitzt auf der Piazza Tola oder in den Gassen des Viertels „Rosello“, isst „Seadas“ (mit Käse gefüllte Teigtaschen mit Honig) oder genießt ein Glas Cannonau. Sassari ist kein Ort für die schnelle Erholung am Strand, sondern für jene, die die Kultur, die Geschichte und die komplexe Identität Sardiniens verstehen wollen. Eine Stadt, die nicht dient, sondern herrscht – über ihr Land und ihre Traditionen.

Sassari

 

 
   
   
 
   
   

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