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Fotografien aus Italien  
   
   
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Tramin - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Tramin  
   

Land: Italien
Region: Trentino-Südtirol (Trentino-Alto Adige)
Provinz: Bozen (Bolzano, BZ)
Einwohner: ca. 1.200 (Traminer)
Gründung/Erwähnung: Erstmals im 6. Jahrhundert als „Traminis“ erwähnt; war ein wichtiger Knotenpunkt an der Via Claudia Augusta; weltberühmt als Namensgeber der Rebsorte Gewürztraminer („Traminer Aromatico“), die hier ihre historische Heimat hat.
Höhenlage: Das Dorf liegt auf ca. 370 m ü. d. M., eingebettet in das Unterland (Südtirol) am Fuß des Mendelkamms, umgeben von weitläufigen Weinbergen und Obstplantagen.
Entfernung Großstadt: 25 km von Bozen, 50 km von Trient, ca. 120 km von Innsbruck, ca. 140 km vom Flughafen Verona (VRN).
Camping: Keine Campingplätze im engen historischen Ortskern; mehrere gut ausgestattete Campinghöfe finden sich jedoch in den umliegenden Weinbergen und Fraktionen (z.B. in Söll oder Kurtatsch), oft mit direktem Blick auf die Rebzeilen.
Flughafen: Bozen (BZO) – ca. 30 Min. Fahrt; Verona-Villafranca (VRN) – ca. 1 Std. 30 Min.; Innsbruck (INN) – ca. 1 Std. 45 Min.
CAP (Postleitzahl): 39040
Kfz-Kennzeichen: BZ
Vorwahl: 0471
Lage: Im Herzen des Südtiroler Unterlands, dort wo sich das Etschtal weitet und das Klima bereits mediterranen Charakter annimmt; der Ort ist umgeben von den sanften Hügeln des Kalvarienbergs und den schroffen Felswänden der Mendel im Westen.
Reisezeit: Mai bis Juni (Blüte der Reben und Obstbäume) und September bis Oktober (Weinlese und „Törggele“); Juli und August warm und sonnisch, ideal für Wanderungen auf der Mendel; Winter ruhig und neblig im Tal, aber sonnig auf den Höhen, perfekt für Genussurlauber.
Besonderheit: Geburtsort des Gewürztraminers; Heimat der ältesten Kirche Südtirols (St. Jakob in St. Jakob, nahebei) und der prachtvollen Pfarrkirche St. Laurentius; Startpunkt der historischen Mendelbahn; Schauplatz des traditionellen „Törggele“ (Weinprobe mit Kastanien) im Herbst; enge Verbindung zur Kultur der Kelten und Römer.

Tramin ist ein Ort, den man nicht nur sieht, sondern riecht und schmeckt. Hier ist die Luft im Spätsommer schwer vom Duft reifer Trauben und im Herbst vom Rauch der Kastanienfeuer. „Qui il vino non è una bevanda, è il sangue della terra che scorre nelle vene della gente.“ (Hier ist Wein kein Getränk, er ist das Blut der Erde, das in den Adern der Menschen fließt.) Das Dorf wirkt wie eine einzige große Weinlaube, in der sich die Zeit nach dem Rhythmus der Rebe richtet. Es ist der Inbegriff des südtirolischen „Dolce Vita“, wo alpine Ordnung auf mediterrane Lebensfreude trifft.

Das Herzstück ist die **Pfarrkirche St. Laurentius**, ein Meisterwerk der Gotik mit einem schlanken, durchbrochenen Turmhelm, der weithin sichtbar über die roten Ziegeldächer ragt. Ihr Inneres birgt wertvolle Fresken, doch der wahre Schatz des Ortes liegt in den umliegenden **Weinbergen**. Ein Spaziergang durch die Reben des **Gewürztraminers** ist eine Pilgerfahrt für Genießer. Die kleine, roséfarbene Traube, die hier ihren Namen fand, bringt einen der aromatischsten Weißweine der Welt hervor. Viele Weingüter laden zur Verkostung ein, wo man die Nuancen von Rosenblüten, Litschi und exotischen Früchten im Glas entdecken kann. Das **Kellereimuseum** im alten Bauernhof „Unterrain“ erzählt anschaulich die Geschichte des Weinbaus von der Römerzeit bis heute.

Doch Tramin hat auch eine spirituelle Seite. Der **Kalvarienberg**, ein bewaldeter Hügel oberhalb des Dorfes, ist mit zahlreichen Kapellen und Stationen geschmückt, die zu einer kleinen Kirche auf dem Gipfel führen. Der Weg hinauf ist gesäumt von alten Linden und bietet einen wunderbaren Blick über das Dorf und das Tal. Eine weitere Perle ist die nahegelegene Kirche **St. Jakob in St. Jakob**, die als eine der ältesten Kirchen Tirols gilt und Fresken aus dem 12. Jahrhundert besitzt, die in ihrer Ursprünglichkeit beeindrucken.

Ein besonderes Erlebnis ist das **Törggele** im Oktober und November. Diese alte Tradition des „Probierens“ des jungen Weins begleitet von gerösteten Kastanien, Speck und Brot ist in Tramin fast ein Volksfest. Die Kellertüren stehen offen, man sitzt gemeinsam an langen Holztischen, und der Klang der lokalen Dialekte vermischt sich mit dem Klirren der Gläser. Es ist ein Fest der Gemeinschaft, das die tiefe Verbundenheit der Traminer mit ihrem Land zeigt. Auch die historische **Mendelbahn**, eine der ältesten Zahnradbahnen Europas, startet in der Nähe und führt in einer spektakulären Fahrt hinauf auf das Mendelplateau, von wo aus man bei klarer Sicht bis in die Dolomiten blicken kann.

Für Fotografen ist Tramin ein Spiel aus Farben und Strukturen. Die geometrische Ordnung der Rebzeilen, die sich wellenförmig an die Hügel schmiegen, bietet starke grafische Elemente. Im Herbst verwandelt sich die Landschaft in ein Feuerwerk aus Gold, Rot und Orange, während im Frühling das zarte Grün der neuen Triebe leuchtet. Das Licht im Südtiroler Unterland ist weich und golden, besonders in den Abendstunden, wenn die Sonne die Kirchtürme und die weißen Häuser zum Leuchten bringt. Während Tenno die alpine Klarheit sucht und Taormina die sizilianische Dramatik liebt, verkörpert Tramin die harmonische Verschmelzung von Kultur und Natur, von Arbeit und Genuss. Es ist ein Ort, der lehrt, dass das gute Leben aus Geduld, Pflege und der Liebe zum Detail entsteht. Ein Dorf, das im Zeichen der Rebe steht und dessen Seele in jedem Glas Wein widerhallt.

Tramin

 

 
   
   
 
   
   

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