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Fotografien aus Italien  
   
   
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Portogruaro - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Portogruaro  
   

Land: Italien
Region: Venetien (Veneto)
Provinz: Venedig (VE)
Einwohner: ca. 25.000 (Portogruaresi)
Gründung/Erwähnung: Erste Erwähnung im 10. Jahrhundert als „Portus Naonis“; entwickelte sich im Mittelalter zu einem wichtigen Flusshafen der Republik Venedig.
Höhenlage: 8 m ü. d. M.
Entfernung Großstadt: 65 km von Venedig, 45 km von Udine, 30 km von Pordenone, 70 km vom Flughafen Venedig-Tessera (VCE).
Camping: Keine Campingplätze im historischen Zentrum; nächste Möglichkeiten ca. 10–15 km Richtung Küste (Lignano Sabbiadoro, Caorle) oder im Hinterland.
Flughafen: Venedig-Tessera (VCE) – ca. 50 Min. Fahrt; alternativ Treviso (TSF) – ca. 45 Min.
CAP (Postleitzahl): 30026
Kfz-Kennzeichen: VE
Vorwahl: 0421
Lage: Am Fluss Lemene, strategisch günstig an der alten Via Annia zwischen Venedig und Aquileia; Tor zum östlichen Veneto und zum Friaul.
Reisezeit: Ganzjährig angenehm; besonders schön im Frühling (blühende Gärten) und Herbst (Nebelschwaden über dem Fluss); Sommer warm, aber weniger schwül als in Venedig.
Besonderheit: Historisches Zentrum mit Arkadengängen („Liston“) und dem schiefen Campanile; wichtige archäologische Funde aus der Römerzeit (Concordia Sagittaria); ruhige Atmosphäre abseits des Massentourismus; Geburtsort des Komponisten Luigi Nono.

Portogruaro ist eine Stadt, die ihre Vergangenheit nicht zur Schau stellt, sondern sie wie ein gut gehütetes Geheimnis in den Falten ihrer Arkaden bewahrt. Oft als das „kleine Venedig des Festlandes“ bezeichnet, besitzt sie doch einen ganz eigenen, bodenständigen Charme, der mehr vom nahen Friaul als von der Lagunenstadt geprägt ist. Das Herz der Stadt ist der Piazza della Repubblica, gesäumt von langen Portiken, unter denen man bei jedem Wetter geschützt spazieren kann. Hier steht auch der schiefe Campanile, ein stummer Zeuge der Zeit, der sich mutig gegen die Schwerkraft stemmt, ähnlich wie der berühmtere Bruder in Pisa, doch mit einer bescheidenen Eleganz, die typisch für diese Region ist. *„Le temps ne fait rien à l’affaire.“* (Die Zeit spielt keine Rolle.) In Portogruaro scheint dieser Satz wahr zu sein, denn das Leben fließt hier in einem gemächlichen Rhythmus, bestimmt vom Plätschern des Flusses Lemene und dem Geläut der Glocken.

Der Fluss Lemene durchquert die Stadt wie eine silberne Ader und war einst die Lebensader für den Handel zwischen Venedig und dem Norden. Heute säumen ihn gepflegte Uferwege, auf denen Einheimische spazieren gehen und Kinder spielen. Die Brücken, die den Fluss überspannen, bieten immer wieder neue Perspektiven auf die roten Ziegeldächer und die farbigen Fassaden der alten Häuser. Portogruaro ist auch ein Tor zur Geschichte: Nur wenige Kilometer entfernt liegt Concordia Sagittaria, eine der wichtigsten archäologischen Stätten Norditaliens mit riesigen Basiliken aus der Römerzeit, die oft übersehen werden, aber von unschätzbarem Wert sind. Für den kulturell interessierten Reisenden ist dies ein Muss, um die Tiefe der Region zu verstehen.

Für Fotografen bietet Portogruaro eine Fülle von Motiven, die weniger offensichtlich sind als in Venedig, dafür aber umso authentischer. Das Spiel des Lichts unter den Arkaden, die Reflexionen im ruhigen Wasser des Lemene, die Details der verwitterten Steinfassaden und die lebendigen Marktszenen auf der Piazza laden zum Verweilen ein. Mit deiner Vintage-Kamera kannst du hier die weichen Kontraste und die melancholische Schönheit des venetianischen Festlands einfangen. Die Drohne (unter Beachtung der Flugverbotszonen über dem historischen Zentrum!) könnte interessante Aufnahmen der geometrischen Struktur der Stadt und des Flusses liefern, der sich wie ein Band durch die Ebene schlängelt.

Abends, wenn die Läden schließen und die Lichter der Restaurants sich im Fluss spiegeln, kehrt eine angenehme Ruhe ein. Dann sitzt man in einer der Osterien, isst Risotto mit Fisch aus dem Fluss oder Polenta mit Wild aus den nahen Wäldern und trinkt einen kräftigen Rotwein aus dem DOCG-Gebiet Lison-Pramaggiore. Portogruaro ist kein Ort für den schnellen Konsum, sondern für jene, die die Tiefe der Provinz schätzen, fernab vom Trubel der großen Städte. Es ist ein Platz, an dem man die wahre Seele des Veneto spüren kann, unverfälscht und herzlich.

Portogruaro

 

 
   
   
 
   
   

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