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Fotografien aus Italien  
   
   
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Priolo Gargallo - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Priolo Gargallo  
   

Land: Italien
Region: Sizilien (Sicilia)
Provinz: Syrakus (Siracusa, SR)
Einwohner: ca. 12.000 (Priolesi)
Gründung/Erwähnung: Als eigenständige Gemeinde erst 1979 gegründet (Abspaltung von Syrakus); der Name ehrt den Baron Gargallo; historisch Teil des antiken Territoriums von Syrakus.
Höhenlage: 135 m ü. d. M.
Entfernung Großstadt: 12 km von Syrakus, 60 km vom Flughafen Catania (CTA).
Camping: Keine Campingplätze im direkten Industrie- und Siedlungsgebiet; nächste Möglichkeiten ca. 10–15 km Richtung Küste (Fontane Bianche) oder nach Syrakus.
Flughafen: Catania-Fontanarossa (CTA) – ca. 45 Min. Fahrt; alternativ Comiso (CIY) – ca. 1 Std.
CAP (Postleitzahl): 96010
Kfz-Kennzeichen: SR
Vorwahl: 0931
Lage: Auf einem Hochplateau oberhalb des Ionischen Meeres, strategisch zwischen Syrakus und Augusta gelegen; umgeben von industriellen Anlagen (Erdölraffinerien), aber mit Zugang zu unberührten Naturreservaten.
Reisezeit: Ganzjährig mild; besonders angenehm im Frühling und Herbst; Sommer heiß, aber durch die Höhenlage und Meeresbrise oft erträglicher als im Tal; Winter sehr mild.
Besonderheit: Tor zum Naturschutzgebiet „Plemmirio“ (UNESCO-Kandidat); Nähe zu den Höhlen von Dionysios und den Resten antiker Aquädukte; Kontrast zwischen schwerer Industrie und kristallklarem Meer; Aussichtspunkte mit Panoramablick über den Golf von Syrakus.

Priolo Gargallo ist ein Ort der extremen Kontraste, an dem die raue Realität der modernen Industrie auf die zeitlose Schönheit der sizilianischen Küste trifft. Von weitem mag man die Silhouetten der Raffinerietürme sehen, die wie moderne Obelisken in den Himmel ragen, doch wer genauer hinsieht, entdeckt dahinter eines der spektakulärsten Küstenabschnitte Siziliens. Das Naturschutzgebiet Plemmirio, das sich südlich anschließt, ist eine wilde, zerklüftete Landschaft aus Kalksteinfelsen, tiefblauen Grotten und duftender Macchia, die seit der Antike kaum verändert scheint. Hier landete einst Odysseus, und hier kämpften Athener und Syrakusaner um die Vorherrschaft im Mittelmeer. „La nature reprend toujours ses droits.“ (Die Natur nimmt sich immer ihre Rechte zurück.) In Priolo scheint dieser Satz eine besondere Dringlichkeit zu haben, denn trotz der industriellen Prägung hat sich die Küste ihre ursprüngliche Wildheit bewahrt, fast als Trotz gegen die Betonierung der Bucht.

Das Stadtzentrum selbst ist funktional und modern, geprägt von der jungen Geschichte der Gemeinde, die erst in den späten 1970er Jahren entstand. Doch die wahre Seele von Priolo liegt nicht in den Straßen des Ortes, sondern auf den Wegen, die hinab zum Meer führen. Die Küste des Plemmirio ist ein Paradies für Taucher und Schnorchler: Das Wasser ist von einer seltenen Klarheit, die Unterwasserwelt reich an Fischen und Korallen, und die Höhlen laden zur Entdeckung ein. Ein Spaziergang entlang der Klippen, vorbei an alten militärischen Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg, die nun von Efeu überwuchert sind, bietet eine melancholische Schönheit, die Fotografen in ihren Bann zieht. Der Blick von den Höhen des Ortes hinab auf den Golf von Syrakus ist bei Sonnenuntergang von einer solchen Intensität, dass man die Industrie im Hintergrund fast vergisst.

Für Historiker und Archäologen ist die Umgebung ein Freilichtmuseum. Reste antiker Aquädukte, die einst das Wasser nach Syrakus leiteten, durchschneiden die Landschaft, und in den Felswänden finden sich Spuren alter Steinbrüche und Grabstätten. Die Verbindung zur großen Vergangenheit von Syrakus ist allgegenwärtig, auch wenn Priolo selbst ein Kind der Moderne ist. Die lokale Küche profitiert von dieser Lage: Frischer Fisch, oft direkt von den wenigen verbliebenen Fischern am Plemmirio gebracht, wird in einfachen Trattorien zu köstlichen Gerichten verarbeitet, begleitet von einem kräftigen Nero d’Avola aus den nahen Weinbergen.

Abends, wenn die Lichter der Industrieanlagen und die Sterne am klaren sizilianischen Himmel um die Wette leuchten, entsteht eine surreale Atmosphäre. Priolo Gargallo ist kein klassischer Ferienort, sondern ein Ort für Entdecker, die sich nicht scheuen, hinter die Kulissen zu blicken. Es ist ein Platz, an dem man die Ambivalenz der modernen Welt spürt: den Fortschritt und den Preis, den er fordert, und gleichzeitig die unbezwingbare Kraft der Natur, die sich immer wieder ihren Raum erkämpft. Wer hierher kommt, findet keine polierte Fassade, sondern eine ehrliche, raue Schönheit, die lange im Gedächtnis bleibt.

Priolo Gargallo

 

 
   
   
 
   
   

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