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Land: Italien
Region: Kalabrien (Calabria)
Provinz: Reggio Calabria (RC)
Einwohner: ca. 175.000 (Reggini)
Gründung/Erwähnung: Gegründet um 720 v. Chr. als griechische Kolonie „Rhegion“; eine der ältesten und wichtigsten Städte Magna Graecias; nach dem verheerenden Erdbeben von 1908 im Jugendstil wiederaufgebaut.
Höhenlage: 5 m ü. d. M.
Entfernung Großstadt: 130 km von Catanzaro, 3 km von Messina (Sizilien, nur durch die Meerenge getrennt), 60 km vom Flughafen Lamezia Terme (SUF).
Camping: Keine Campingplätze im Stadtzentrum; nächste Möglichkeiten ca. 5–10 km Richtung Norden (Villa San Giovanni) oder Süden (Brancaleone) sowie in den Vororten am Hang.
Flughafen: Lamezia Terme (SUF) – ca. 1 Std. Fahrt; alternativ Reggio Calabria Airport (REG) – ca. 5 km vom Zentrum (oft nur saisonale Verbindungen).
CAP (Postleitzahl): 89121
Kfz-Kennzeichen: RC
Vorwahl: 0965
Lage: Am äußersten Südwestzipfel des italienischen Stiefels, direkt an der Straße von Messina; gegenüber liegt Sizilien mit dem Ätna; eingebettet zwischen dem Aspromonte-Gebirge und dem Ionischen/Tyrrhenischen Meer.
Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober (angenehme Temperaturen, ideales Licht); Juli und August sehr heiß und schwül; Winter mild, oft sonnig, selten Frost.
Besonderheit: Heimat der Bronzestatuen von Riace (Museo Archeologico Nazionale); längste und schönste Strandpromenade Italiens (Lungomare Falcomatà) mit Blick auf den Ätna; Geburtsort des Verses „Der schönste Kilometer Italiens“ von Gabriele D’Annunzio; Zitronenhaine und Bergamotte-Anbau.
Reggio Calabria ist die Stadt, in der Griechenland nie wirklich endete, sondern sich nur in eine neue Form verwandelte. Wenn du auf der berühmten Promenade Lungomare Falcomatà stehst, breit genug für vier Spuren und gesäumt von Palmen und blühenden Jacarandas, öffnet sich vor dir eines der spektakulärsten Panoramen der Welt: drüben auf Sizilien ragt der rauchende Kegel des Ätna in den Himmel, während das Wasser der Straße von Messina in allen Blautönen schimmert. Gabriele D’Annunzio nannte diesen Kilometer den schönsten Italiens, und wer ihn bei Sonnenuntergang entlangschlendert, wenn das Licht den Vulkan in ein violett-rotes Glühen taucht, wird ihm sofort zustimmen. „La beauté est une promesse de bonheur.“ (Schönheit ist ein Versprechen auf Glück.) In Reggio scheint dieses Versprechen jeden Abend eingelöst zu werden, allein durch den Anblick dieser natürlichen Bühne.
Doch Reggio ist mehr als nur eine schöne Kulisse; es ist ein Schatzkasten der Antike. Im Museo Archeologico Nazionale ruhen die Bronzestatuen von Riace, zwei überlebensgroße Krieger aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., die aus dem Meer geborgen wurden und zu den bedeutendsten Kunstwerken der griechischen Klassik zählen. Ihre muskulösen Körper, die detaillierten Gesichtszüge und die intensiven Blicke aus Glas und Stein sind von einer solchen Präsenz, dass man sich ihnen kaum entziehen kann. Sie zeugen von der Größe Magna Graecias, als diese Küste das kulturelle Zentrum der westlichen Welt war. Die Stadt selbst, nach dem großen Beben von 1908 weitgehend im Liberty-Stil neu errichtet, besticht durch elegante Gebäude, breite Boulevards und eine Atmosphäre von südländischer Gelassenheit.
Das Leben in Reggio dreht sich um das Meer und die Berge. Der Duft von Bergamotte, der nur hier in dieser speziellen Qualität gedeiht, liegt oft in der Luft, besonders wenn die Früchte im Herbst geerntet werden. Die Küche ist einfach und kraftvoll: frischer Schwertfisch, Sardinen, würzige Wurst und die berühmte ‚Nduja, begleitet von einem kräftigen Rotwein aus den Reben des Aspromonte. Die Menschen sind herzlich, laut und leidenschaftlich, typisch für den tiefen Süden, der seine Traditionen mit Stolz bewahrt. Für Fotografen bietet die Stadt ein Spiel aus extremen Kontrasten: das harte Licht auf dem weißen Marmor der Museen, die tiefen Schatten der engen Gassen im historischen Viertel Sbarre und das dramatische Zusammenspiel von Vulkan, Meer und Stadt.
Abends, wenn die Lichter von Messina drüben zu funkeln beginnen und die Fähren wie leuchtende Käfer über das dunkle Wasser gleiten, wird Reggio zu einem Ort der Kontemplation. Man sitzt in einer Bar am Lungomare, trinkt einen Caffè corretto mit Grappa und lauscht dem Rauschen der Wellen. Es ist ein Moment, in dem man versteht, warum diese Stadt trotz Erdbeben und Krisen immer wieder auferstanden ist. Reggio Calabria ist kein polierter Touristenort, sondern eine echte, lebendige Stadt mit Ecken und Kanten, mit einer Tiefe, die sich nur jenen erschließt, die bereit sind, hinzusehen. Ein Ort, an dem Europa endet und das Mittelmeer beginnt.
Reggio Calabria |
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