..:  Looking-at-italy  :..
deutschland   
   
Fotografien aus Italien  
   
   
xxxxx
   
   
»
San Gimignano - Bericht  
   
   
   
 
»
Tourist-Information - San Gimignano  
   

Land: Italien
Region: Toskana (Toscana)
Provinz: Siena (SI)
Einwohner: ca. 7.800 (San Gimignanesi)
Gründung/Erwähnung: Erste Erwähnungen im 10. Jahrhundert; Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert als reiche Handelsstadt an der Via Francigena; bekannt für den erbitterten Kampf rivalisierender Familien, die über 70 Wehrtürme errichteten (heute noch 14 erhalten).
Höhenlage: 324 m ü. d. M.
Entfernung Großstadt: 55 km von Siena, 50 km von Florenz, 60 km vom Flughafen Florenz (FLR), 80 km vom Flughafen Pisa (PSA).
Camping: Keine Campingplätze im historischen Kern (UNESCO-Welterbe); nächste Möglichkeiten ca. 3–5 km außerhalb der Stadtmauern in den umliegenden Weinbergen (zahlreiche Agriturismi mit Stellplätzen).
Flughafen: Florenz-Peretola (FLR) – ca. 1 Std. Fahrt; alternativ Pisa (PSA) – ca. 1 Std. 15 Min.
CAP (Postleitzahl): 53037
Kfz-Kennzeichen: SI
Vorwahl: 0577
Lage: Auf einem isolierten Hügelrücken in der Val d’Elsa, weithin sichtbar inmitten der toskanischen Landschaft; umgeben von endlosen Weinbergen (Vernaccia) und Olivenhainen.
Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober (ideales Licht, angenehme Temperaturen, Weinlese); Juli und August sehr heiß und überlaufen; Winter ruhig, oft neblig-mystisch, ideal für Trüffelsuche und Weinproben.
Besonderheit: UNESCO-Welterbe als „Mittelalterliches Manhattan“ aufgrund der einzigartigen Skyline aus Geschlechtertürmen; Heimat des berühmten Weißweins Vernaccia di San Gimignano; gut erhaltene Stadtmauern mit vier Toren; Fresken von Ghirlandaio und Benozzo Gozzoli.

San Gimignano ist die Silhouette, die man sofort erkennt, selbst wenn man sie noch nie gesehen hat: Ein Wald aus steinernen Nadeln, die trotzig in den toskanischen Himmel ragen und von einer Zeit zeugen, in der Stolz höher geschätzt wurde als Sicherheit. Diese Türme waren nicht nur Statussymbole der reichen Kaufmannsfamilien wie der Salvucci und der Ardinghelli, sondern auch Festungen im ständigen Kleinkrieg der Fraktionen. Heute, da die Waffen verstummt sind, stehen sie als stumme Zeugen einer wilden Vergangenheit da und bieten ein Schauspiel, das bei Sonnenuntergang, wenn das goldene Licht die Steine zum Glühen bringt, nahezu unwirklich wirkt. *„La pierre est la mémoire de l’orgueil humain.“* (Der Stein ist das Gedächtnis des menschlichen Stolzes.) In San Gimignano scheint dieser Stolz für die Ewigkeit eingefroren zu sein.

Das Betreten der Stadt durch eines der vier Tore ist wie eine Zeitreise. Die engen Gassen führen hinauf zur Piazza della Cisterna, dem Herzen der Stadt, einem dreieckigen Platz, der von alten Häusern und Türmen umschlossen wird und in dessen Mitte ein alter Brunnen aus dem 13. Jahrhundert steht. Hier bleibt man stehen, isst ein weltberühmtes Eis (Gelateria Dondoli, mehrfacher Weltmeister) und lässt den Blick über die Dächer schweifen. Nicht weit entfernt liegt die Piazza del Duomo mit der Collegiata, deren Innenraum mit atemberaubenden Freskenzyklen bedeckt ist, die biblische Geschichten so lebendig erzählen, als wären sie gestern geschehen. Die Atmosphäre ist eine Mischung aus musealer Ehrfurcht und lebendigem toskanischem Leben, geprägt vom Duft des Vernaccia-Weins, der in den unzähligen Enotecas verkostet wird.

Für Fotografen ist San Gimignano eine Herausforderung, da es einer der meistfotografierten Orte Italiens ist. Der Trick liegt darin, die Perspektiven zu wechseln: weg von der klassischen Totalen hin zu den Details. Die Textur des alten Sandsteins, die schmiedeeisernen Schilder, die Schattenwürfe der Türme auf das Kopfsteinpflaster und die Farben der Fensterläden bieten unendliche Motive. Mit deiner Vintage-Kamera kannst du die körnige, zeitlose Ästhetik der Mauern einfangen, die an alte Meisterwerke erinnert. Die Drohne (unter strengster Beachtung der Flugverbotszonen über dem UNESCO-Welterbe und dem dicht besiedelten historischen Kern! Hier ist das Fliegen oft komplett untersagt) könnte theoretisch die geometrische Anordnung der Türme zeigen, aber am Boden ist die Magie dieses Ortes ohnehin am stärksten spürbar.

Abends, wenn die Tagesausflügler abgereist sind und die Beleuchtung die Türme wie Fackeln in der Dunkelheit erscheinen lässt, offenbart San Gimignano seine wahre Seele. Die Stille kehrt zurück, unterbrochen nur vom Echo der Schritte auf dem Stein. Dann sitzt man auf einer Terrasse, genießt ein Glas des scharfen, mineralischen Vernaccia und blickt hinaus in die dunklen Weinberge. San Gimignano ist kein Ort für die Eile, sondern für das Staunen. Es ist ein Monument menschlicher Eitelkeit, das sich in reine Schönheit verwandelt hat. Ein Ort, der bleibt, solange die Türme stehen und der Wein reift.

San Gimignano

 

 
   
   
 
   
   

  Italienbilder  www.Looking-at-italy.com