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Fotografien aus Italien  
   
   
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Siena - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Siena  
   

Land: Italien
Region: Toskana (Toscana)
Provinz: Siena (SI)
Einwohner: ca. 53.000 (Senesi)
Gründung/Erwähnung: Legendenhafte Gründung durch Remus’ Söhne Senius und Aschius; blühte im 12.–14. Jahrhundert als mächtige Republik und Rivale Florenz‘ auf; Heimat der ältesten noch bestehenden Universität Italiens (gegr. 1240).
Höhenlage: 322 m ü. d. M.
Entfernung Großstadt: 75 km von Florenz, 160 km von Rom, 80 km vom Flughafen Florenz (FLR), 130 km vom Flughafen Pisa (PSA).
Camping: Keine Campingplätze innerhalb der Stadtmauern (UNESCO-Welterbe); nächste Möglichkeiten ca. 5–10 km außerhalb in den umliegenden Hügeln des Chianti oder der Crete Senesi (zahlreiche Agriturismi).
Flughafen: Florenz-Peretola (FLR) – ca. 1 Std. 15 Min. Fahrt; alternativ Pisa (PSA) – ca. 1 Std. 45 Min.; Rom-Fiumicino (FCO) – ca. 2 Std. 30 Min.
CAP (Postleitzahl): 53100
Kfz-Kennzeichen: SI
Vorwahl: 0577
Lage: Auf drei Hügeln im Herzen der Toskana, umgeben von einer welligen Landschaft aus Weinbergen, Olivenhainen und den einzigartigen, kargen Tonhügeln der „Crete Senesi“; historisches Zentrum vollständig von mittelalterlichen Mauern umschlossen.
Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober (ideales Licht, angenehme Temperaturen, Palio-Zeiten); Juli und August sehr heiß und überlaufen (besonders während des Palio am 2. Juli und 16. August); Winter neblig-mystisch, ruhig, ideal für Museen und Thermalbäder.
Besonderheit: UNESCO-Welterbe als perfekt erhaltenes Mittelalter-Stadtensemble; berühmter Pferderennen „Palio di Siena“ auf der Piazza del Campo; gotischer Dom (Duomo) mit schwarz-weiß gestreifter Fassade; Geburtsort der Heiligen Katharina von Siena; Zentrum der Contrade (Stadtviertel-Gemeinschaften).

Siena ist keine Stadt, die man einfach nur besucht; man muss sich ihr ergeben. Hier scheint die Zeit im 14. Jahrhundert stehen geblieben zu sein, eingefroren in dem charakteristischen Schwarz und Weiß, den Farben der Wölfin, die die Stadt gegründet haben soll. Wenn du durch eines der Tore in die Stadt trittst, betrittst du eine Welt, in der die Gotik nicht nur ein Architekturstil, sondern eine Lebenshaltung ist. Die Gebäude scheinen aus dem dunklen lokalen Stein („Pietra Serena“) und hellem Travertin gewoben zu sein, was der gesamten Stadt eine elegante, fast monochrome Würde verleiht. *„La beauté est une promesse de bonheur, et Sienne en est la preuve vivante.“* (Schönheit ist ein Versprechen auf Glück, und Siena ist der lebende Beweis dafür.) Dieses Versprechen wird auf jeder Piazza, in jeder Gasse eingelöst.

Das unbestrittene Herz der Stadt ist die **Piazza del Campo**, eine der schönsten Plätze der Welt. Sie hat die Form einer Muschel, die sich zur Rathausfassade hin öffnet, und ist in neun Sektoren unterteilt, die an die Regierung der Neun erinnern, unter der Siena seine Blütezeit erlebte. Hier findet zweimal jährlich der **Palio** statt, ein wildes, oft chaotisches Pferderennen, bei dem nicht die Reiter, sondern die **Contrade** (die 17 Stadtviertel) gegeneinander antreten. Für einen Sienesen ist die Zugehörigkeit zur eigenen Contrada wichtiger als jede nationale Identität; sie ist Familie, Religion und Leben zugleich. Doch auch ohne Palio pulsiert hier das Leben: Man sitzt auf dem warmen Ziegelboden, isst ein Eis und beobachtet das Treiben, während der Torre del Mangia wie ein strenger Wächter über den Platz ragt.

Ein weiterer Höhepunkt ist der **Dom (Duomo)**, ein Meisterwerk der italienischen Romanik und Gotik. Seine Fassade ist ein Feuerwerk aus Skulpturen und Mosaiken, getrieben von der Rivalität zu Florenz. Im Inneren erwartet dich ein Boden aus intarsierten Marmorplatten, der biblische Szenen so detailreich erzählt, dass er als „Bibel der Armen“ galt. Der schwarz-weiß gestreifte Innenraum erzeugt eine hypnotische Wirkung, besonders wenn das Licht durch die bunten Fenster fällt. Nicht weit entfernt liegt das **Sanctuario Santa Caterina**, das Geburtshaus der Stadtheiligen, ein Ort tiefer Spiritualität und mystischer Energie.

Für Fotografen ist Siena eine Herausforderung der Perspektive und des Lichts. Die engen, verwinkelten Gassen (die oft steil ansteigen) erzeugen dramatische Schattenwürfe und führen den Blick unerwartet auf Kuppeln oder Türme. Das warme, goldene Licht der Toskana taucht die Steinhäuser abends in einen honigfarbenen Glanz. Mit deiner Vintage-Kamera kannst du die rauen Texturen der alten Mauern, die Details der Wappen an den Häusern und die Atmosphäre der kleinen Osterien einfangen. Die Drohne (unter strengster Beachtung der extremen Flugverbotszonen über dem historischen Zentrum und dem Dom! Hier ist das Fliegen praktisch unmöglich ohne Sondergenehmigung) könnte theoretisch die Muschelform des Campo zeigen, aber die Magie Sienas erschließt sich ohnehin nur zu Fuß.

Abends, wenn die Glocken des Doms läuten und die letzten Touristen die Stadt verlassen haben, kehrt eine fast ehrfürchtige Stille ein. Dann sitzt man in einer der kleinen Enotecas, probiert einen kräftigen Chianti Classico oder einen Vernaccia und genießt einfache, aber köstliche Gerichte wie Pici all’aglione (handgerollte Nudeln mit Knoblauchtomatensauce) oder Ribollita. Siena ist kein Ort für oberflächlichen Genuss, sondern für tiefe Kontemplation. Es ist eine Stadt, die stolz, eigenwillig und leidenschaftlich ist – genau wie ihre Bewohner. Ein Ort, der beweist, dass das Mittelalter nicht tot ist, solange es Menschen gibt, die es mit Leben füllen.

Siena

 

 
   
   
 
   
   

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