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Fotografien aus Italien  
   
   
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Turin - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Turin  
   

Land: Italien
Region: Piemont (Piemonte)
Provinz: Turin (Torino, TO) – Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und der Region
Einwohner: ca. 840.000 (Torinesi), ca. 1,7 Mio. im Großraum
Gründung/Erwähnung: Gegründet von den Kelten-Ligurern als „Taurasia“, später römische Kolonie „Augusta Taurinorum“; war von 1861 bis 1865 die erste Hauptstadt des vereinten Königreichs Italien; historisches Zentrum des Hauses Savoyen und der italienischen Industrialisierung (Fiat).
Höhenlage: Das Zentrum liegt auf ca. 239 m ü. d. M., eingebettet in eine weite Ebene am Fuß der Alpen, mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Monviso und der Grajischen Alpen.
Entfernung Großstadt: 140 km von Mailand, 160 km von Genua, ca. 170 km von Nizza, ca. 20 Min. vom Flughafen Turin-Caselle (TRN).
Camping: Keine Campingplätze im Stadtzentrum; zahlreiche Möglichkeiten finden sich jedoch in den nahen Alpentälern (Val di Susa, Val Chisone) oder an den Seen der Umgebung (z.B. Lago di Viverone), oft innerhalb von 30–40 Min. Fahrt.
Flughafen: Turin-Caselle (TRN) – ca. 20–30 Min. Fahrt; Mailand-Malpensa (MXP) – ca. 1 Std. 45 Min.; Genf (GVA) – ca. 2 Std. 30 Min.
CAP (Postleitzahl): 10121–10156
Kfz-Kennzeichen: TO
Vorwahl: 011
Lage: Im Norden Italiens, dort wo die Po-Ebene auf die Alpen trifft; die Stadt wird vom Fluss Po durchflossen und von vier anderen Flüssen (Dora Riparia, Stura di Lanzo, Sangone, Ceronda) berührt; umgeben von einem grünen Gürtel aus Hügeln und Parks.
Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober (angenehme Temperaturen, klare Luft für Alpenblick); Juli und August können schwül sein, aber die abendlichen Plätze sind lebendig; Winter kalt und oft neblig, aber magisch zur Weihnachtszeit und ideal für Skiausflüge in die nahen Täler.
Besonderheit: Heimat des Automobils (Fiat) und des Films; Stadt der königlichen Residenzen (UNESCO-Welterbe); Geburtsort des Wermuts und des Schokoladengetränks Gianduja; bekannt für seine eleganten Arkadengänge, das ägyptische Museum (zweitwichtigstes der Welt nach Kairo) und den mystischen Heiligen Gral (Grabtuch von Turin).

Turin ist keine laute Metropole; sie ist eine diskrete Aristokratin, die ihre Eleganz nicht zur Schau stellt, sondern lebt. Wer durch die endlosen Arkadengänge schlendert, spürt sofort den Hauch von Paris und Wien, doch mit einer eigenen, piemontesischen Melancholie. „Qui la storia non è un museo, è una strada lastricata di porfido sotto un cielo alpino.“ (Hier ist Geschichte kein Museum, sie ist ein mit Porphyr gepflasterter Weg unter einem alpinen Himmel.) Die Stadt atmet Industrie und Königshaus, Arbeiterklasse und Hofetikette, eine Dualität, die sie einzigartig macht. Im Hintergrund ragt immer die pyramidenförmige Spitze des Monviso auf, ein ständiger Begleiter, der die Verbindung zu den Bergen mahnt.

Das Herzstück ist die **Piazza Castello**, umringt von königlichen Palästen, dem Palazzo Madama und dem Palazzo Carignano, Meisterwerken des Barock und des Rokoko. Hier pulsiert das Leben, doch nur wenige Schritte entfernt liegt die **Mole Antonelliana**, das Wahrzeichen der Stadt. Einst als Synagoge geplant, heute das nationale Filmmuseum, ragt dieser kühne Bau mit seiner spitzen Nadel in den Himmel und symbolisiert den Übergang vom alten Savoyen zum modernen Italien. Ein Aufzug führt zur Kuppel, von wo aus man den geometrischen Grundriss der Stadt und die majestätische Alpenkette bewundern kann. Nicht zu vergessen ist das **Museo Egizio**, ein Schatzkästchen altägyptischer Kunst, das in seiner Qualität und Vollständigkeit weltweit nur von Kairo übertroffen wird.

Doch Turin hat auch eine mystische Seite. Die Stadt ist berühmt-berüchtigt als Ort weißer und schwarzer Magie, ein Ruf, der eng mit dem **Heiligen Grabtuch** verbunden ist, das im Dom San Giovanni Battista aufbewahrt wird. Ob man daran glaubt oder nicht, die Aura des Geheimnisvollen liegt über der Stadt, besonders in den nebligen Nächten, wenn die Lichter der Arkaden sich im Pflaster spiegeln. Die **Kirchen von Guarino Guarini** und **Filippo Juvarra**, zwei Genies des Barock, verwandeln das Innere der Gotteshäuser in mathematische Wunderwerke aus Licht und Stein, die den Besucher schwindelig machen.

Kulinarisch ist Turin ein Paradies für Süßschnäbel und Genießer. Hier wurde der **Wermut** erfunden, und ein Aperitivo an der Piazza San Carlo ist ein rituelles Muss. Die Schokolade ist hier König: **Gianduja**, eine Creme aus Kakao und Haselnüssen, und die Praline „Cremino“ sind lokale Institutionen. In den historischen Cafés wie **Caffè Al Bicerin** trinkt man das namensgebende Getränk aus Espresso, Schokolade und Sahne, genau wie es schon Cavour und Nietzsche taten. Die Küche ist deftig und erdverbunden: Agnolotti del Plin (kleine gefüllte Teigtaschen), Bollito Misto (gekochtes Fleischgemisch) und der weiße Trüffel aus den nahen Langhe-Hügeln stehen ganz oben auf der Speisekarte.

Für Fotografen bietet Turin grandiose Perspektiven. Die langen, geraden Straßen („Rettilinei“) führen den Blick direkt auf die Alpen, ein Motiv, das in keiner anderen Großstadt Italiens so dominant ist. Das Licht ist im Winter oft diffus und neblig, was den Arkaden eine malerische, fast noir-artige Stimmung verleiht, während im Sommer das harte Licht die roten Ziegeldächer und die ockerfarbenen Fassaden zum Leuchten bringt. Die Kontraste zwischen der industriellen Architektur der Fiat-Werke (Lingotto) und der verspielten Eleganz der königlichen Villen (Venaria Reale) sind faszinierend. Während Mailand die Mode und den Handel repräsentiert und Rom die politische Macht, ist Turin die Stadt der Intelligenz, der Arbeit und der stillen Schönheit. Ein Ort, der Zeit braucht, um verstanden zu werden, aber dann nie wieder loslässt. Die erste Hauptstadt Italiens, die niemals aufgehört hat, königlich zu sein.

Turin

 

 
   
   
 
   
   

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