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Fotografien aus Italien  
   
   
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Udine - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Udine  
   

Land: Italien
Region: Friaul-Julisch Venetien (Friuli-Venezia Giulia)
Provinz: Udine (UD) – Hauptstadt der gleichnamigen Provinz
Einwohner: ca. 100.000 (Udinesi)
Gründung/Erwähnung: Erstmals 983 als „Utinum“ erwähnt; entwickelte sich im Mittelalter zur Hauptstadt des Patriarchats von Aquileja und später unter der Republik Venedig zu einem wichtigen Verwaltungszentrum; bekannt als „kleines Venedig“ im Binnenland und als Wirkungsstätte des Malers Tiepolo.
Höhenlage: Das Zentrum liegt auf ca. 113 m ü. d. M., eingebettet in die friulanische Ebene, mit Blick auf die nahen julischen Alpen und Karawanken.
Entfernung Großstadt: 20 km von der slowenischen Grenze, 55 km von Triest, 100 km von Venedig, ca. 45 Min. vom Flughafen Triest (TRS) oder Venedig (VCE).
Camping: Keine Campingplätze im historischen Zentrum; zahlreiche Möglichkeiten finden sich jedoch in der nahen Umgebung, insbesondere Richtung Cividale del Friuli oder an den Ausläufern der Alpen (Prealpi Giulie), oft in ruhiger, grüner Lage.
Flughafen: Triest-Friuli Venezia Giulia (TRS) – ca. 40–50 Min. Fahrt; Venedig-Marco Polo (VCE) – ca. 1 Std. 15 Min.; Klagenfurt (KLU) in Österreich – ca. 1 Std. 30 Min.
CAP (Postleitzahl): 33100
Kfz-Kennzeichen: UD
Vorwahl: 0432
Lage: Im Herzen Friauls, strategisch gelegen zwischen der venezianischen Lagune, den österreichischen Alpen und dem slawischen Osten; die Stadt ist geprägt von einem einzigartigen Mix aus italienischer, germanischer und slawischer Kultur, sichtbar in Architektur, Sprache und Küche.
Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober (angenehme Temperaturen, ideale Zeit für Weinproben in den umliegenden Hügeln); Juli und August warm und schwül, aber die abendlichen Plätze sind lebendig; Winter kalt und oft neblig, dafür authentisch und ruhig, perfekt für Museen und gemütliche „Osterie“.
Besonderheit: Heimat der wichtigsten Freskenzyklen von Giambattista Tiepolo (Schloss und Oratorium); das einzige Beispiel eines venezianischen Arsenals im Binnenland; Schauplatz des historischen Friedens von Campoformio (in der Nähe); Tor zu den Weinbergen des Collio und zu den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs; enge Verbindung zur Kultur der Langobarden (nahe Cividale).

Udine ist eine Stadt, die man nicht sofort durchschaut; sie enthüllt ihre Geheimnisse nur denen, die bereit sind, hinter die Fassade der venezianischen Loggien zu blicken. Hier trifft die Leichtigkeit der Serenissima auf die raue Bodenständigkeit der Alpen und die mystische Tiefe des slawischen Ostens. „Qui il leone di San Marco non ruggisce, osserva con saggezza friulana.“ (Hier brüllt der Löwe von San Marco nicht, er beobachtet mit friulanischer Weisheit.) Die Stadt wirkt wie ein großes Freilichtmuseum der venezianischen Kunst, doch ihr Puls schlägt anders: langsamer, nachdenklicher, geprägt von einer Geschichte, die immer am Kreuzweg der Völker stand.

Das Herzstück ist die **Piazza della Libertà**, oft als der schönste venezianische Platz außerhalb Venedigs bezeichnet. Hier stehen die **Loggia del Lionello**, ein Meisterwerk der flämischen Gotik, und der **Torre dell’Orologio**, der unübersehbar über die Dächer ragt. Doch das wahre Juwel von Udine ist das **Schloss (Castello)**, das auf einem Hügel über der Stadt thront. Es beherbergt nicht nur Museen, sondern vor allem die weltberühmten Fresken von **Giambattista Tiepolo**. In der Kapelle und im Thronsaal hat der Meister Werke von solcher Leichtigkeit und koloristischer Brillanz geschaffen, dass sie den Betrachter in einen Himmel aus Licht und Wolken zu entrücken scheinen. Ein Besuch im benachbarten **Oratorio della Purità** vervollständigt dieses Kunsterlebnis, das in dieser Dichte einzigartig ist.

Ein weiteres historisches Kuriosum ist das **Arsenale Veneziano**, eine Kopie des berühmten Schiffswerfts aus Venedig, die hier im Binnenland gebaut wurde, um die Macht der Republik auch im Norden zu demonstrieren. Heute dient es als kulturelles Zentrum. Die engen Gassen der Altstadt, gesäumt von Arkaden und alten Häusern, laden zum Bummeln ein, vorbei an kleinen Geschäften, die noch immer traditionelle Handwerkskunst anbieten.

Kulinarisch ist Udine das Tor zu den Genüssen Friauls. Die Küche ist eine perfekte Fusion: Risotto mit Hopfensprossen („bruscandoli“), Polenta mit geschmortem Fleisch und der berühmte Schinken von San Daniele (aus der nahen Provinz) stehen auf der Speisekarte. Die Weine der Region, besonders die Weißweine des **Collio** (Friulano, Ribolla Gialla), gehören zu den besten Italiens. Ein Abend in einer typischen „Osteria“, begleitet von einem Glas lokalem Wein und dem Gespräch der Einheimischen in ihrem melodischen Dialekt, ist das beste Rezept, um die Seele der Stadt zu verstehen.

Für Fotografen bietet Udine ein Spiel aus architektonischen Stilen und weichem Licht. Die pastellfarbenen Fassaden der venezianischen Paläste reflektieren das diffuse Licht der norditalienischen Ebene, während die Fresken Tiepolos im Inneren des Schlosses eine eigene Welt aus Farbe und Illusion erschaffen. Die Perspektiven vom Schlosshügel hinab auf die roten Dächer der Stadt und die dahinter aufragenden Alpen sind besonders eindrucksvoll. Während Triest den Wind und das Meer hat, besitzt Udine die Stille der Kunst und die Tiefe der Geschichte. Es ist ein Ort, an dem man die Eleganz Venedigs ohne das Wasser genießen kann, umgeben von einer Landschaft, die so reich an Kultur wie an Natur ist. Eine verborgene Perle im Nordosten, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

Udine

 

 
   
   
 
   
   

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