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Fotografien aus Italien  
   
   
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Urbino - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Urbino  
   

Land: Italien
Region: Marken (Marche)
Provinz: Pesaro und Urbino (PU)
Einwohner: ca. 15.000 (Urbinesi)
Gründung/Erwähnung: Ursprünge in der Römerzeit als „Urbinum Metaurense“; erlebte ihre Blütezeit im 15. Jahrhundert unter Federico da Montefeltro, der die Stadt zu einem der wichtigsten Zentren der Renaissance in Europa machte; Geburtsort des Malers Raffael (Raffaello Sanzio).
Höhenlage: Das historische Zentrum liegt auf zwei Hügeln auf ca. 480 m ü. d. M., überragt von den Türmen des Herzogspalastes und umgeben von den sanften Hügeln der Marken.
Entfernung Großstadt: 35 km von Pesaro (Adria), 40 km von Fano, ca. 110 km von Bologna, ca. 2 Std. vom Flughafen Ancona (AOI).
Camping: Keine Campingplätze im steilen historischen Zentrum; zahlreiche Möglichkeiten finden sich jedoch im Tal unten (Valle del Metauro) oder an der nahen Adriaküste (Pesaro, Fano), oft nur 20–30 Min. entfernt.
Flughafen: Ancona-Falconara (AOI) – ca. 1 Std. 45 Min. Fahrt; Bologna (BLQ) – ca. 1 Std. 30 Min.; Rimini (RMI) – ca. 1 Std.
CAP (Postleitzahl): 61029
Kfz-Kennzeichen: PU
Vorwahl: 0722
Lage: Im inneren Hinterland der Marken, isoliert auf einem Doppelhügel thronend; die Stadt ist durch ihre abgelegene Lage fast vollständig in ihrem originalen Renaissance-Zustand erhalten geblieben, ungestört von moderner Bebauung.
Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober (ideales Licht für Fotografie, angenehme Temperaturen für die steilen Gassen); Juli und August warm, aber weniger überlaufen als die Küstenorte; Winter oft neblig und kalt, dafür von einer fast surrealen Stille und Authentizität geprägt.
Besonderheit: Der **Herzogspalast (Palazzo Ducale)**, ein Meisterwerk der Renaissance-Architektur und UNESCO-Welterbe; Geburts- und Elternhaus von **Raffael**; Heimat einer der ältesten Universitäten Italiens (gegr. 1506); perfekt erhaltene Stadtmauern und das einzigartige Kopfsteinpflaster; Schauplatz von Baldassare Castigliones „Il Cortegiano“.

Urbino ist keine Stadt, die man besucht; man betritt sie wie ein Gemälde, das zum Leben erwacht ist. Hier scheint die Zeit im Jahr 1500 stehengeblieben zu sein, eingefroren in ockerfarbenem Sandstein und blaugrauem Himmel. „Qui il Rinascimento non è un’epoca, è l’aria che si respira.“ (Hier ist die Renaissance keine Epoche, sie ist die Luft, die man atmet.) Die Stadt thront stolz und einsam auf ihren Hügeln, fernab der großen Verkehrswege, bewacht von den beiden schlanken Türmen des Palazzo Ducale, die wie Wächter über das Tal blicken. Es ist ein Ort der Intellektuellen, der Künstler und der Träumer, an dem die Ideale von Harmonie, Maß und Schönheit noch immer greifbar sind.

Das absolute Herzstück ist der **Palazzo Ducale**, eine der bedeutendsten Residenzen der italienischen Renaissance. Errichtet von Federico da Montefeltro, dem idealen Fürsten, ist er kein festungsartiges Schloss, sondern ein „Palast in Form einer Stadt“. Das Innere birgt Schätze wie den berühmten **Studiolo**, einen Raum, dessen Wandvertäfelungen eine illusionistische Bibliothek und Musikinstrumente zeigen – ein Meisterwerk der Intarsienkunst, das die menschliche Vernunft feiert. Heute beherbergt der Palast die **Galleria Nazionale delle Marche**, die Werke von Raffael, Piero della Francesca („Die Geißelung Christi“) und Paolo Uccello zeigt. Ein Spaziergang durch die Räume ist eine Lektion in Perspektive und Humanismus.

Doch Urbino ist auch die Stadt **Raffaels**. Das **Casa Natale di Raffaello**, das Geburtshaus des Malers, liegt in einer engen Gasse und bietet einen intimen Einblick in das bürgerliche Leben des 15. Jahrhunderts. Hier wuchs das Genie auf, das später die Stanzen des Vatikans malen sollte. Die gesamte Altstadt ist ein Labyrinth aus steilen, kopfsteingepflasterten Gassen („piagge“), die sich zwischen hohen Mauern aus lokalem Stein winden. Man begegnet kaum Autos, dafür umso mehr Studenten der alten Universität, deren Leben den Rhythmus der Stadt bestimmt. Der **Dom**, etwas unscheinbar von außen, birgt im Inneren das letzte Abendmahl von Federico Barocci.

Kulinarisch ist Urbino eng mit der Erde der Marken verbunden. Die Küche ist deftig und ehrlich: Tagliatelle mit Trüffeln aus den nahen Wäldern, „Crescia“ (ein flaches Brot mit Zwiebeln oder Käse) und das berühmte „Oliva Ascolana“ (gefüllte frittierte Oliven). Die Weine der Region, wie der Verdicchio oder der Sangiovese dei Colli di Pesaro e Urbino, passen perfekt zur rustikalen Eleganz der Gerichte. Ein Abend in einer kleinen Trattoria, weit weg vom Hauptplatz, offenbart die wahre Gastfreundschaft der Urbinesi.

Für Fotografen ist Urbino eine Herausforderung der Formen und des Lichts. Die Architektur ist rein, geometrisch und von einer perfekten Symmetrie, die zum Komponieren einlädt. Das Licht in den Marken ist oft weich und diffus, besonders am frühen Morgen, wenn der Nebel noch in den Tälern hängt und die Stadt wie eine Insel aus Stein erscheint. Die Farben sind gedämpft: das Ocker der Fassaden, das Grau des Pflasters, das Grün der umliegenden Hügel. Während Florenz die Pracht der Macht zeigt und Venedig den Glanz des Handels, verkörpert Urbino die reine Idee der Kultur. Es ist ein Ort, an dem man die Stille hören kann, eine Stille, die voller Gedanken ist. Eine perfekte Stadt, geschaffen für den Menschen, aber bewohnt von der Ewigkeit.

Urbino

 

 
   
   
 
   
   

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