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Fotografien aus Italien  
   
   
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Uscio - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Uscio  
   

Land: Italien
Region: Ligurien (Liguria)
Provinz: Genua (GE)
Einwohner: ca. 2.200 (Uscesi)
Gründung/Erwähnung: Erstmals im 10. Jahrhundert als Lehen der Bischöfe von Genua erwähnt; entwickelte sich zu einem wichtigen Durchgangsort an der alten Konsularstraße, die Genua mit der Po-Ebene verband; bekannt für seine strategische Lage am Eingang des Val Fontanabuona und als Standort eines historischen Wasserkraftwerks.
Höhenlage: Das Zentrum liegt auf ca. 45 m ü. d. M., eingebettet in das enge Tal des Flusses Scrivia, direkt an der Grenze zwischen dem ligurischen Hinterland und der Küstenebene.
Entfernung Großstadt: 15 km von Genua, 20 km von Chiavari, ca. 30 km vom Flughafen Genua-Christoph Columbus (GOA).
Camping: Keine Campingplätze im engen Talort selbst; zahlreiche Möglichkeiten finden sich jedoch nur wenige Kilometer entfernt an der nahen ligurischen Küste (z.B. in Sori, Bogliasco oder Camogli) oder in den höher gelegenen Fraktionen des Val Fontanabuona.
Flughafen: Genua-Christoph Columbus (GOA) – ca. 25–30 Min. Fahrt; Mailand-Linate (LIN) – ca. 1 Std. 45 Min.
CAP (Postleitzahl): 16029
Kfz-Kennzeichen: GE
Vorwahl: 0185
Lage: Im unteren Val Fontanabuona, dort wo sich das Tal weitet und kurz vor der Mündung in den Golf von Genua liegt; der Ort wird vom Fluss Scrivia durchflossen und ist umgeben von steilen, bewaldeten Hängen, die typisch für das ligurische Hinterland sind.
Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober (angenehme Temperaturen für Wanderungen und Besuche der Küste); Juli und August warm, oft schwül im Tal, aber ideal für abendliche Feste und Ausflüge ans nahe Meer; Winter mild, aber regenreich, dafür ruhig und authentisch.
Besonderheit: Historisches Tor zum Val Fontanabuona, dem „Tal der hundert Kirchen“; Heimat des ersten großen Wasserkraftwerks Liguriens (frühes 20. Jh.), das Genua mit Energie versorgte; Ausgangspunkt für Wanderungen auf den Monte Fasce und den Monte Antola; enge Verbindung zur Tradition der Steinmetze und Schieferdecker der Region.

Uscio ist ein Ort des Übergangs, eine Schwelle zwischen der geschäftigen Metropole Genua und der wilden, grünen Einsamkeit des ligurischen Hinterlands. Wer hier ankommt, spürt sofort den Wechsel: Die Luft wird kühler, schwerer vom Duft feuchter Erde und Kastanienwälder, während das Rauschen des Flusses Scrivia den Takt angibt. „Qui la città finisce e la montagna inizia con un respiro profondo.“ (Hier endet die Stadt und der Berg beginnt mit einem tiefen Atemzug.) Uscio ist kein typisches Postkartendorf wie die Dörfer der Cinque Terre, sondern ein arbeitender Ort, geprägt von der Kraft des Wassers und der Beständigkeit des Steins.

Das Herzstück ist die **Pieve di San Vittore**, eine alte Pfarrkirche, deren Ursprünge bis ins frühe Mittelalter zurückreichen. Sie steht als stiller Zeuge für die lange Geschichte des Ortes, der immer ein wichtiger Knotenpunkt für Händler und Pilger war, die von der Küste ins Landesinnere zogen. Doch die wahre Seele von Uscio zeigt sich in seiner industriellen Vergangenheit. Das historische **Wasserkraftwerk**, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurde, war ein Pionierprojekt, das Genua elektrifiziert half. Die Architektur dieser Anlage, eine gelungene Mischung aus Ingenieurskunst und Liberty-Stil, zeugt von einer Zeit, in der der Fortschritt noch im Einklang mit der Natur gestaltet wurde. Heute ist das Tal ein Paradies für Industriegeschichte-Interessierte und Naturliebhaber gleichermaßen.

Die Umgebung von Uscio ist landschaftlich spektakulär. Der Ort ist das ideale Starttor für Wanderungen ins **Val Fontanabuona**, das für seine über hundert kleinen Kirchen und Kapellen berühmt ist, die sich wie Perlen auf einer Schnur durch das Tal reihen. Ein Aufstieg auf den **Monte Fasce** (804 m) belohnt mit einem der besten Panoramablicke auf Genua und den Ligurischen Bogen – bei klarer Sicht kann man bis nach Korsika blicken. Für Mountainbiker und Trekking-Fans führen zahlreiche Wege durch dichte Buchen- und Kastanienwälder, vorbei an alten Steinhäusern und verlassenen Mühlen, die das Wasser des Scrivia einst nutzten.

Kulinarisch ist Uscio tief in der Tradition des Genueser Hinterlands verwurzelt. Hier schmeckt man das echte Pesto, gemacht mit Basilikum aus den nahen Gärten und dem lokalen Olivenöl der Riviera di Levante. Spezialitäten wie die „Torte di Verdura“ (Gemüsetorte), gefüllte Pasta (Trofie oder Corzetti) und geröstete Kastanien im Herbst stehen auf der Speisekarte. Die kleinen Trattorien im Ort servieren deftige, ehrliche Küche, die von der bäuerlichen Vergangenheit erzählt.

Für Fotografen bietet Uscio eine Atmosphäre des Kontrasts. Das harte Licht der Mittagssonne bricht sich in den engen Talschluchten, während der Morgen oft von einem mystischen Nebel über dem Fluss bedeckt ist. Die Texturen sind rau: der nasse Schiefer der Dächer, das moosbewachsene Mauerwerk der alten Brücken, das wilde Grün der Vegetation, die sich ihren Weg zurück in die Industrieanlagen bahnt. Während Taggia die Eleganz der Küste zeigt und Toirano die Tiefe der Höhlen, verkörpert Uscio die robuste Schönheit der Arbeit und des Wassers. Es ist ein Ort, der nicht blendet, sondern überzeugt durch seine Authentizität und seine Rolle als Hüter des Tals, das Genua seit Jahrhunderten ernährt und beschützt. Ein verstecktes Juwel, nur einen Steinwurf von der Großstadt entfernt, aber Welten davon entfernt.

Uscio

 

 
   
   
 
   
   

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