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Fotografien aus Italien  
   
   
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Vernazza - Bericht  
   
 
   
   
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Tourist-Information - Vernazza  
   

Land: Italien
Region: Ligurien (Liguria)
Provinz: La Spezia (SP)
Einwohner: ca. 800 (Vernazzani)
Gründung/Erwähnung: Erstmals 1080 urkundlich erwähnt als befestigter Hafen der Republik Genua; entwickelte sich im Mittelalter zu einem wichtigen Handelsknotenpunkt für den Export von Wein und Öl aus dem Hinterland; gehört seit jeher zu den fünf Dörfern der Cinque Terre und ist UNESCO-Welterbe.
Höhenlage: Das historische Zentrum liegt direkt am Meeresspiegel in einer kleinen, geschützten Bucht, während die umliegenden Weinbergterrassen steil bis auf über 300 m ansteigen.
Entfernung Großstadt: 15 km von Monterosso al Mare, 20 km von La Spezia, ca. 90 km von Genua, ca. 1 Std. 45 Min. vom Flughafen Pisa (PSA).
Camping: Keine Campingplätze im Dorf selbst oder in der unmittelbaren Umgebung aufgrund des steilen Geländes und des Naturschutzstatus; die nächsten Möglichkeiten befinden sich in La Spezia oder Levanto, von wo aus man mit dem Zug nach Vernazza fährt.
Flughafen: Pisa-Galileo Galilei (PSA) – ca. 1 Std. 45 Min. (inkl. Zugfahrt); Genua-Christoph Columbus (GOA) – ca. 1 Std. 30 Min.
CAP (Postleitzahl): 19018
Kfz-Kennzeichen: SP
Vorwahl: 0187
Lage: An der Riviera di Levante, eingebettet in eine natürliche, tiefe Bucht zwischen zwei steilen Landzungen, die das Dorf vor den Stürmen des offenen Meeres schützen; das einzige der fünf Dörfer mit einem natürlichen kleinen Hafen, der seit der Römerzeit genutzt wird.
Reisezeit: April bis Mai und September bis Oktober (angenehme Temperaturen, blühende Vegetation, ideale Bedingungen für Wanderungen auf dem Sentiero Azzurro); Juli und August extrem überlaufen und sehr heiß, oft nur früh morgens oder spät abends genießbar; Winter ruhig, viele Restaurants geschlossen, aber die stürmische See bietet dramatische Fotomotive.
Besonderheit: Der einzige natürliche Hafen der Cinque Terre; die ikonische Kirche Santa Margherita d’Antiochia, die direkt auf einer Felsnadel im Wasser thront; das Castello Doria, das das Dorf überragt; die terrassierten Weinberge, die zum UNESCO-Welterbe gehören; Geburtsort des lokalen Weißweins „Sciacchetrà“.

Vernazza ist kein Dorf, das man plant zu besuchen; man findet es wie eine verborgene Perle, die das Meer an den Fuß der Klippen gespült hat. Wer mit dem Zug aus dem Tunnel kommt oder den Wanderweg von Monterosso herabsteigt, bleibt unwillkürlich stehen: Vor ihm öffnet sich eine Kulisse, die so perfekt komponiert wirkt, dass sie fast unrealistisch erscheint. Ein Amphitheater aus bunten Häusern, die sich terrassenförmig um einen kleinen, geschäftigen Hafen schmiegen, überragt von einem schlanken Glockenturm und einer mächtigen Burg. „Qui il mare non entra nel porto, il porto abbraccia il mare.“ (Hier dringt das Meer nicht in den Hafen ein, der Hafen umarmt das Meer.) Die Atmosphäre ist dicht, intensiv und von einer zeitlosen Schönheit, die Jahrhunderte von Stürmen und Geschichte überdauert hat.

Das Herzstück ist der **kleine Hafen**, das pulsierende Zentrum des Dorfes. Hier liegen bunte Fischerboote eng aneinander, und das Wasser spiegelt die ockerfarbenen und roten Fassaden der Häuser wider. Direkt am Eingang des Hafens, auf einem vorspringenden Felsen, thront die Kirche **Santa Margherita d’Antiochia**. Ihre achteckige Kuppel und der schlanke Turm sind das Wahrzeichen von Vernazza und eines der meistfotografierten Motive Italiens. Ein Spaziergang durch die enge Hauptgasse, die **Via Roma**, führt vom Hafen steil bergauf durch das Dorf. Diese Straße ist gesäumt von kleinen Läden, Weinbars und historischen Palästen alter Genueser Familien, deren Wappen noch immer an den Fassaden prangen. Am Ende der Gasse erreicht man den Platz vor dem **Castello Doria**. Von der Terrasse dieser mittelalterlichen Festung hat man den vielleicht besten Panoramablick über das Dorf, den Hafen und das offene Meer – ein Blick, der alle Anstrengungen des Aufstiegs vergessen lässt.

Doch Vernazza ist mehr als nur ein malerisches Postkartenmotiv; es ist ein Monument menschlicher Arbeit. Die Hänge rund um das Dorf sind bedeckt mit **Weinbergterrassen**, die über Jahrhunderte mühsam aus dem kargen Fels gehauen und mit Trockenmauern gestützt wurden. Hier wächst die Traube für den berühmten **Sciacchetrà**, einen süßen Dessertwein, der aus getrockneten Trauben hergestellt wird und so kostbar ist wie flüssiges Gold. Ein Besuch bei einem lokalen Winzer, der einem die steilen Pfade zeigt und von der harten Arbeit erzählt, die nötig ist, um hier überhaupt etwas anzubauen, verändert den Blick auf die Landschaft grundlegend. Man erkennt plötzlich, dass diese Schönheit kein Geschenk der Natur allein ist, sondern das Ergebnis Generationen von Schweiß und Beharrlichkeit.

Kulinarisch steht Vernazza ganz im Zeichen des Meeres und des Weins. Frischer Fisch, oft einfach gegrillt oder in einer würzigen Tomatensauce serviert, trifft auf trockenen Weißwein aus den lokalen Reben. Spezialitäten wie „Trofie al Pesto“ (mit Basilikum aus den Gärten oberhalb des Dorfes) oder frittierte Meeresfrüchte („Frittura Mista“) werden in den kleinen Trattorien angeboten, die oft nur wenige Tische haben und reserviert werden müssen. Der Abend klingt am besten auf einer Bar im Hafen aus, mit einem Glas Sciacchetrà in der Hand, während man dem Rauschen der Wellen und dem Lachen der Menschen lauscht.

Für Fotografen ist Vernazza eine Herausforderung der Komposition und des Lichts. Die Enge des Tales bedeutet, dass das Sonnenlicht nur zu bestimmten Tageszeiten tief ins Dorf fällt. Die „Goldene Stunde“ am späten Nachmittag ist magisch, wenn die warmen Strahlen die Fassaden zum Leuchten bringen und lange Schatten werfen. Doch auch der blaue Dunst des frühen Morgens oder die dramatischen Wolken eines aufziehenden Gewitters bieten einzigartige Stimmungen. Die Perspektiven sind vielfältig: vom weiten Blick von der Burg hinab auf das Dachmeer bis zu den intimen Details der verwitterten Bootsrümpfe und der nassen Kopfsteinpflaster. Während Portofino den Glamour der Reichen zeigt und Camogli die Größe der Seefahrt, verkörpert Vernazza die pure, unverfälschte Essenz der ligurischen Küste. Es ist ein Ort, der nicht gebaut wurde, um zu gefallen, sondern um zu überleben – und genau darin liegt seine überwältigende Schönheit. Ein Juwel, das man mit Respekt und Staunen betrachten muss.

Vernazza

 

 
   
   
 
   
   

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